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22.05.2017

Tag der offenen Tür 2017

Ehemalige, Eltern und Jugendliche, nutzten die Chance und informierten sich über Ausbildungs- und Wohnmöglichkeiten

Es ist zwar eine stets wiederkehrende Veranstaltung; aber vielleicht ist sie gerade deshalb so beliebt: Der Tag der offenen Tür im Theodor-Schäfer-Berufsbildungs-Werk (TSBW) bietet nicht nur genug Freiraum zum Klönen und zur Kontaktpflege, sondern hauptsächlich die einmalige Gelegenheit, Bereiche in Augenschein nehmen zu können, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind. SSW-Landtagsvorsitzender Lars Harms und der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Jensen hatten es sich nicht nehmen lassen, dem TSBW anlässlich dieses ereignisreichen Tages einen Besuch abzustatten: „Sie haben sich von der Leistungsfähigkeit unserer Einrichtung überzeugt“, sagte der TSBW-Leiter Hans-Jürgen Vollrath-Naumann. Leistungsfähigkeit bewiesen die vielen jungen Menschen, die mit Engagement und Elan dem interessierten Publikum Einblicke in ihre Berufspraxis gaben. Mehrere Hundert Interessierte, darunter Ehemalige, Eltern und Jugendliche, nutzten die Chance und informierten sich über Ausbildungs- und Wohnmöglichkeiten im Internat des TSBW, besichtigten Werkstätten oder ließen sich im „Team Gesundheit“ beraten.
Beratung war auch angesagt bei den Sonderfahrzeugen für Rollstuhlfahrer, die noch mehr Mobilität ermöglichen: Reha-Techniker Jawad Mahmoud, selbst Rollstuhlfahrer, erläuterte besondere Stühle mit Aufstehfunktionen, in der Höhe verstellbare Arbeitsrollstühle sowie Fahrräder mit nur einem Rad, die einfach vor den Rollstuhl montiert werden und ideale Fortbewegungsmittel für längere Strecken sind. „Viele Menschen fragen außergewöhnliche Lösungen nach“, erklärte Mahmoud. Auch Fahrlehrerin Marlies Cleve und ihr Berufskollege Mark Grimshaw erläuterten gern die Umrüstung eines Automatic-Fahrzeugs, das unter anderem mit Handhebeln für Gas und Bremse ausgestattet ist sowie fakultativ mit einer Pedalerhöhung. „Etwa 30 junge Menschen pro Vierteljahr werden uns von ihren Betreuern zugewiesen. Für Hörbeeinträchtigte wird ein Gebärdendolmetscher bereitgestellt“, so Grimshaw.
„Wir wollen nicht nur unsere beruflichen Fertigkeiten zeigen, sondern auch unsere außergewöhnlichen Hobbys“, sagte der angehende Elektroniker für Gerätesysteme, Björn Gramentz, der, begeistert von der Wikingerzeit, mit viel Fingerfertigkeit Runen in Speckstein schnitzte – eine nette Erinnerung an einen besonderen Tag. Außer Fingerfertigkeit brauchen Mandy Waskow, im dritten Ausbildungsjahr zur Raumausstatterin und Umschülerin Svetlana Semerow, auch Kraft beim Aufbau der Polsterung eines antiken Stuhls: sie zeigten, wie die starken Spiralfedern fixiert und mit starken Fäden unter Spannung gehalten werden. „Das Schnüren ist anstrengend, aber es macht auch Spaß“, meinen die beiden Frauen.
Spaß an ihrem Beruf haben auch Ashley Bartholmeß und Pascal Duken, die beide in der Ausbildung zum „Maßschneider Fachbereich Damen“ stecken. „Viele Maßschneiderinnen und -schneider gehen in die Industrie“, urteilte Ashley. Erst kürzlich hatte sie an einem Kreativwettbewerb der Schneiderinnung Schleswig-Holstein teilgenommen. Es sollte ein Kleid unter dem Motto „die Zahl 13“ entworfen und genäht werden. Zwar hat Ashley keine Platzierung erreicht, aber das war nicht so wichtig: „Auf jeden Fall war es eine spannende Herausforderung und die Arbeit hat Spaß gemacht“, lächelte sie. Etwas Besonderes ist es auch, den überdimensionalen Hummer zu reparieren, der ein Tönninger Fischgeschäft ziert: Seine Dellen und Blessuren wurden in der Malerei und Lackiererei bei Michael Zajac unsichtbar gemacht. Josef Pajero Castellar, im zweiten Ausbildungsjahr zum Maler und Lackierer, war maßgeblich dafür verantwortlich: „Eine schöne Arbeit“, freute er sich noch im Nachhinein.
Und was das allgemeine „Gucken und Vergnügen“ anbelangte: Webermeisterin Ellie Siegrun Beyer vom Museum Kiekeberg in Ehestorf südlich von Hamburg spann Wolle vom Bentheimer Landschaf und Mike Krasnenko, gewandet in Schafspelz und mit original mongolischer Schamanenmütze, bot „Zaubertrank“ an – über offenem Feuer gekochten Kräutertee. Geduldige Ponys trugen die kleinen Besucher einmal ums Gelände, und ein paar seidige Karnickel ließen sich gerne anfassen. Stella Bergmann und Minishettie-Dame „Liesje“ luden die Lütten ebenfalls zum Streicheln ein. Nur stehen bleiben und schnacken erwies sich als problematisch: Anschließend mochte Liesje nicht mehr weitertippeln. „Es ist so schwer, sie wieder in Gang zu bringen, wenn wir einmal angehalten haben“,
verriet Stella. Tim Weiß und Tino Schultz, verkleidet als Sahnetörtchen und Hot Dog, warben für den Kiosk „Pausmich“: Diese lustige Reklame schien zu wirken: „Die Leute fragen uns, wo der Kiosk ist“, erzählten die beiden. Wer „Pausmich“ nicht aufsuchen mochte, holte sich etwa an einem der zahlreichen Grillstände – oder vom mobilen, einladend beladenen „Pausmich“-Wagen, den Sarah Celine Henke und Katja Zobel durch die Menge bugsierten. Musikalisch wurde die Veranstaltung umrahmt von der „Polizia do Samba“ aus Flensburg und von der TSBW-Musikgruppe „All in“.

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