zum Inhalt

02.11.2017

Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke

BAG BBW im Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk

Intensiver Austausch von Informationen, gemeinsames Erarbeiten von Richtlinien und die Synchronisierung von Verfahrensweisen – kurz, der Blick über den Tellerrand - bringt stets alle Beteiligten voran. Diese Philosophie liegt der zwei Mal im Jahr stattfindenden Zusammenkunft der Vertretenden von 51 Berufsbildungswerken aus ganz Deutschland zugrunde. Erst kürzlich war das Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk (TSBW) Gastgeber der herbstlichen „Leitungskonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufsbildungswerke“. Diese Konferenz gibt es seit mindestens drei Jahrzehnten. „Es werden wichtige bildungspolitische Themen diskutiert. Wir sprechen unter anderem über Kennzahlen, Strategien oder den Bereich der Teilnehmenden-Vertretung“, erläuterte TSBW-Chef Hans-Jürgen Vollrath-Naumann die Arbeit der fachlich auf hohem Niveau angesiedelten Zusammenkunft. Über 100 Personen waren anwesend: Geballte Erfahrung paarte sich hier mit dem enormen Engagement für die Aufgabe, jungen Menschen mit Beeinträchtigungen die Startbahn ins Berufsleben so weit wie möglich zu ebnen. Unter anderem setzten sich die Anwesenden mit so sperrigen Themen wie „Qualitätssicherung in der beruflichen Rehabilitation“ auseinander, sprachen über die „Harmonisierung der Qualitätssysteme“, über neue Preismodelle und über die möglichen Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes auf die berufliche Rehabilitation.
Ein Nahziel der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW) ist es, eine solide, aussagefähige Datenbank zu errichten, die beispielsweise Auskunft gibt über die Anzahl von Vermittlungen oder die Abbrüche von Maßnahmen. Die Arbeitsgemeinschaft soll aber auch eine Interessenvertretung gegenüber den Bundesagenturen für Arbeit beziehungsweise dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales darstellen. In diesem Zusammenhang lobte Vollrath-Naumann die durchweg guten Kontakte und die angenehme Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen und anderen Stellen. Die BAG BBW ist ein freiwilliger Zusammenschluss der Berufsbildungswerke. Sie spricht Empfehlungen aus, ohne Weisungsbefugnis im eigentlichen Sinne. Bei entsprechenden Vorlagen ist die BAG ein gewichtiges Sprachrohr gegenüber Ministerien und den Bundesagenturen für Arbeit. Das operative Geschäft geschieht in den Bildungswerken – das zeigte sich konkret an der Befragung aller Berufsbildungswerke zur Arbeit der Teilnehmenden-Vertretung und zum Aufbau einer virtuellen Plattform für jene zum besseren Austausch untereinander. Ein Eckpunktepapier, das Impulse aufgriff, wurde verabschiedet: Dazu referierten flüssig und sicher die TSBW-Teilnehmendenvertreter Karl-Johann Bocksch und Patrick Hansen. Sie äußerten den Wunsch beispielsweise nach einem Recht zu überregionalem Austausch oder einem eigenen Arbeitsraum für die Teilnehmendenvertretung im TSBW. Auf der Wunschliste stand auch die Möglichkeit zum Schiedsverfahren in Streitfällen zwischen Leitung und Teilnehmendenvertretung mit einem externen Mediator. Zu der – durch Ausbildungsabschlüsse bedingten – Fluktuation innerhalb der Vertretung sagten die beiden: „Wir erklären unseren Teilnehmenden, was wir machen und warum. Wenn wir Erfolge vorweisen können, motiviert das mehr, sich für das Gremium aufstellen zu lassen.“ Gewünscht ist eine Rückmeldung zu dem Eckpunktepapier, ebenso wie ein späterer Beschluss und dessen Umsetzung als Empfehlung für andere Berufsbildungswerke.
Doch die Leitungskonferenz ist noch aus anderen Gründen wichtig: „Neben aller fachlichen Arbeit ist das bilaterale Gespräch bedeutsam, der Austausch, der auf Augenhöhe neben der Diskussion offizieller Themen stattfindet, unter anderem, um Anregungen zu bekommen über die Entwicklung neuer Ausbildungsgänge oder wie Abläufe flüssiger zu gestalten oder besser zu steuern sind“, sagte Vollrath-Naumann.

zurück zur Übersicht